Ulrich Seidls Import Export
IMPORT EXPORT gewinnt Bangkok World Film FestSeit 9. November im Kino
Dritter Filmpreis in Folge für IMPORT EXPORT: Seit seiner internationalen Premiere im Wettbewerb der 60. Filmfestspiele von Cannes wurde Ulrich Seidls zweiter Spielfilm in 20 Länder verkauft; der Film hat drei Preise (Bangkok, Golden Apricot, Yerevan/Armenien) sowie den Palic Tower (für die beste schauspielerische Gesamtleistung; Palic/Serbien) bekommen sowie rund 80 Festivaleinladungen, unter anderem für München, Moskau, Karlovy Vary, Yerevan, Palic, Jerusalem, Sarajewo, Toronto, London, Kopenhagen, Sao Paolo, Seoul.
PROJECT SPACE - Let's talk about... SCRIPTS
DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen im Gespräch. Am 20. November, 18:30 im project space stand IMPORT EXPORT mit Ulrich Seidl und Veronika Franz am Programm. Moderation: Robert Buchschwenter.
Pressestimmen
Tag 62
Österreicher machen mir Angst. Kurz nach Mitternacht hat mich IMPORT EXPORT in die Nacht entlassen: aufgewühlt, amüsiert, mitgenommen. Tod und Niedergang habe ich selten in einer dermaßen geballten Form gesehen, so schonungslos, kompromisslos _ und so unverschämt heiter! Es gibt Szenen, in denen ich lachen muss! Aber ich lache nicht über die Menschen, sondern über den Wahnsinn des Lebens, der die Menschen dazu bringt, das zu tun, was sie tun. Ich muss aber gestehen, dass es mir manchmal fast peinlich ist, wie sehr ich auflache- man könnte Ulrich Seidl (und mich) leicht als Sadisten und Zyniker missverstehen. Dazu passt, dass österreichische Kollegen geradezu gelangweilt reagieren: „Der muss amo was Neues machen“, granteln sie. Aber wie oft hat die Welt schon etwas gesehen wie IMPORT EXPORT?
(Die Süddeutsc he Zeitung, Milan Pavlovic, Tagebuch eines Kritikers, Steadycam)
Tag 67
Der beste deutschsprachige Film des Cannes-Jahres: das Meisterwerk aus Österreich! Ulrich Seidl seziert in Import Export das Leben in Europa und überschreitet dabei Grenzen in mehrerlei Hinsicht. Der Wiener Regisseur zeigt die Abgründe des Lebens ins ungekannter Schärfe, sodass man sich mitunter ins verzweifelte Lachen flüchtet. Der Regisseur macht seine Figuren nie lächerlich; er besitzt sogar soviel Schmäh, dass einem die Charaktere ans Herz wachsen. Dies ist keine Welt, in der man sich länger als 135 Minuten aufhalten möchte. Aber es ist eine Sicht auf die Welt, die unbedingt auf die Leinwand gehört.
"Atemberaubend ist der Humor, der nun auch in diesen Bildern steckt, und die Menschlichkeit, die sich in den unerwartsten Momenten plötzlich Bahn bricht – als müsse dieser Filmemacher, der nunmehr in die Riege der großen Meister aufgerückt ist, nur lange genug dorthin schauen, wo sonst niemand mehr hinblickt, um eine gänzlich eigenwillige Form der Schönheit und Wahrheit zu finden.“
(Milan Pavlovic, Steadycam)
"Import Export is a deeply moral and blackly funny film, one that reveals unpalatable truths about the economic systems that rule our lives. It seems like the Palme d'or will go either to Julian Schnabel or Cristian Mungiu - both are very good films, but for me Import Export - so fierce and fearless - serves to win."
(The Telegraph, Sukhdev Sandhu)
"Every Cannes has it’s shocker, it’s scandal and Ulrich Seidls Import Export came close to this Prize. Seidls eye for the grotesque makes him the Diane Arbus of world cinema, and this was often startling, horrible and brillant."
(The Guardian, Peter Bradshaw)
"Vielleicht versteht es ausgerechnet der Österreicher Ulrich Seidl derzeit von allen Filmemachern am besten, mit einer Präzision, Lässigkeit und Bosheit das Innerste von leidenden Menschen in grandiose Kinobilder zu übersetzen. Seidl erzählt von sexuellen Erniedrigungen und brutaler Gewalt, kleinen menschlichen Annäherungen und banaler Gehässsigkeit in langen, stets auf neue überraschenden Einstellungen und beweist dabei soviel grelle Poesie und Zärtlichkeit, dass man dem Zauber seiner Horrorwelt fast ohne Gegenwehr verfällt."
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"Zehn uralte, dem Tod geweihte Menschen teilen sich das den Saal des Wiener Krankenhauses und im Schein grünstichiger Nachtlichter hebt ein Konzert des Röchelns und Wimmerns an. Die Szene ist schier endlos, unerträglich, und doch wunderschön. Und lasst für einen Augenblick ahnen, dass die Kinokunst im besten Fall ein Versprechung auf Erlösung ist im Jammertag voller Schmerz und Gemeinheit, das unsere prachtvolle Welt leider nun mal ist."
(Der Spiegel, Wolfgang Höbel)
"Ulrich Seidl richtet seine Kamera auf das, was man nicht unbedingt sehen will, aber so zwingend, dass man nicht wegschauen kann (...) Import Export ist ein Film, der eine donnernde Stille hinterließ."
(Die Zeit, Katja Nicodemus)
"Import Export ist ein großer Film eines grimmigen Humanisten."
(Die Presse, Christoph Huber)
"Import Export is a disturbing, sometimes brillant new film by Austrian film director Ulrich Seidl. It was very hard to watch, but I have the feeling I will need to see it again“.
(New York Times, Manohla Dargis)
"Dieser schnurgerade Film von todeskalter Schönheit erzählt von der Veräußerung der Welt, der Instrumentalisierung der Körper und der Demütigung der Geister durch Sex und Arbeit, aber
Gelegentlich auch von der flüchtigen Zärtlichkeit, die die Zukurzugekommenen dieser subitl unmenschlichen Welt abgeizen. "
(Le Monde)
"Selten hat Ulrich Seidl eine Balance besser hingekriegt: Einerseits einen fantastisch realistischen Kosmos zu malen, andererseits aber die Figuren, die diese Welt bevölkern, nicht zu Marionetten künstlerischer Weltanschaung werden zu lassen....Import Export ist ein Film, der Stunden und Tage später noch nachwirkt."
(Der Standard, Claus Philipp)
"Import Export ist in seiner Zurückgenommenheit Seidls bisher radikalster Film."
(Kurier, Gert Korentschnig)
Synopsis
IMPORT EXPORT erzählt in einer Gegenbewegung zwei Geschichten. Die eine handelt von Olga, einer Krankenschwester aus der tiefsten Ukraine. Die andere von Paul, einem arbeitslosen Security-Mann aus Wien. Olga sucht ihr Glück im Westen und landet als Putzfrau in der Geriatrie in Österreich, während es Paul und seinen Stiefvater auf der Suche nach Arbeit und Sinn in die Ukraine verschlägt.
Ulrich Seidl ist Regisseur zahlreicher, preisgekrönter Dokumentarfilme wie 'Jesus, du weißt', 'Tierische Liebe' oder 'Mit Verlust ist zu rechnen'. Seine Arbeitsmethode, größtmögliche Authentizität zu erreichen und Menschen in einsamsten und persönlichsten Momenten zu zeigen, hat viele Diskussionen hervorgerufen. Sein erster Spielfilm „Hundstage“ gewann den Großen Preis der Jury in Venedig 2001.
IMPORT EXPORT wurde vom ÖFI, Filmfonds Wien, ORF und ARTE finanziert, erstmals von Seidls eigener Produktionsfirma, der Ulrich Seidl-Film produziert und während eines Zeitraums von zwei Wintern gedreht. Die Hauptrollen spielt ein gemischtes Ensemble aus Laien und Schauspielern. Für den Film wurden über 1.500 Menschen gecastet und ein Jahr lang Darsteller gesucht: Auf Straßen, in Gefängnissen, in Arbeitsamt-Schulungen, bei Bewährungshelfern.
IMPORT EXPORT spielt in einer echten Geriatrie, in einem echten Kinderspital, in einer echten Internet-Sex-Agentur, in echten Roma-Slums, in einer echten Putzschule – und doch ist auch alles erfunden.








